Poetry

Kettenkarussell

Ich fliege Sitzend.
Bin in Freiheit, doch angekettet.
Ich spüre Luft um mich, aber kann nicht atmen.
Ich habe Zeit, doch fühl´ sie nicht.

Ich schreie, doch es kommt kein Ton raus.
Ich hab die Augen auf, doch das Bild stagniert.
Ich träume Träume, doch… ich… versäume.
Die Gravität scheint aufgehoben,
ich fliege, doch bleibe am Boden.

Morgens Eigelb, Abends Sonnenrot.
Morgens „Hallo Welt“, Abends „Ich bin tot.“
Ich bin die Hülle eines Ballons,
die Zeit schreitet voran, meine Puste ist gone.

Ich fühle mich betrogen. Sie haben mich belogen.
Ich wollte ja unbedingt fliegen,
doch hab´s mir anders vorgestellt.
Eine Freiheit, die mich kettet, hab ich selbst gewählt?

Viele bunte Lichter – alles dreht sich.
In meiner Welt- Sicht verstellt.
Möge nicht die Zeit, sondern das Karussell mich ziehen lassen,
würde ich das große Geschehen sehen und erfassen?
Und ich sehe nach oben und sehe den Himmel.
Und ich sehe in den Himmel und sehe die Sonne.

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