Poetry

Gibt es das wahre Leben?

Und wenn ja, was ist das wahre Leben?

Ist es für den einen das Wahre nachts in einem Skyscraper bei Neonlicht zu ackern und für den anderen als Feuerwehrmann seinen Schlauch zu stehen? Wird jeder in einem anderen Beruf glücklich? Ist Glück Streben? Was ist Sein? Wo bin ich und was ist mein? Nach Sinn streben; Mitmenschen vergeben; Welt mit Kindern segnen; Sonnenschein; alleine sein; können wir rein? Rein gehen. Dich sehen. Ankommen und atmen und genießen und leben und sein. Sein ganz dein. Für immer. Ab heute. Hol mich ab. Ich warte. Weil ich sehe hier keinen Sinn.

Menschen sind einem unheimlich wichtig. Und dann vergisst man sie. Man kennt einander nicht und plötzlich liebt man sich. Man hat ein Hoch und dann ein Tief und eigentlich ist doch alles relativ und egal oder zumindest relativ egal. Es ist ein Kommen und Gehen. Ein Kennen und Sehnen. Ein Chaos. Im Kopf. Nach außen Schein. So muss es sein. (Nicht.)

Und am nächsten Morgen sieht die Welt wieder ganz anders aus. Andere Umstände, Termine und Menschen werden meinen Weg kreuzen und andere Gefühle mein Gemüt streicheln oder durchschütteln. Andere Fantasien und Sorgen und Fragen meine Gedanken durchkämmen; andere Nahrung meinen Darm verlassen. Und vielleicht wird plötzlich alles perfekt sein. Dann frag ich mich für wie lange. Oder spielt das keine Rolle? Ist das wahre Leben vielleicht genau diese Unberechenbarkeit? Diese Suche und Sucht nach Schwerelosigkeit und das Einzige, das man können muss ist die Leichtigkeit des Seins zu beherrschen, um die genialen Momente auszukosten? Um nicht zu verpassen, wenn plötzlich alles perfekt ist; wenn meine Freunde neben mir weilen und die Sonne in meinem Gesicht sitzt. Und ich die Angst verliere; es riskiere; mich fallen lasse; ganz ich selbst bin; durchatme und genieße und eine Brise mich erinnert “Hey, du lebst!”. Und das ist schön.

Oft sind es nur Sekunden
Oft reicht schon ein kurzer Blick
Oft ist es nur ein Wort
Ein kurzer Gruß zurück
Vielleicht ‘n Sonnenstrahl
Ein Licht in der Dunkelheit
Vielleicht ‘ne Hand voll Zeit
Ein Tag allein oder ‘ne Nacht zu zweit
Dann ist alles perfekt
Genauso wie es dann ist
Ist alles plötzlich perfekt
Plötzlich perfekt
– Johannes Oerding

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