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Das Geschenk der Zeit

Januar, Februar, März, April, … die Jahresuhr steht niemals still.

Ist es nicht äußerst schwierig in anstrengenden Momenten zu lächeln? Aber wenn man es verschiebt, dann wird man es nie tun. Oder zumindest zu selten. So oft denke ich mir “Jetzt ist es mir gerade zu viel, als dass ich noch Zeit habe glücklich zu sein, aber wenn das hier vorbei ist, dann werde ich es genießen”. Aber das hier ist das Leben und es ist (in den meisten Fällen) nicht morgen oder nächste Woche vorbei. Es hält an und geht immer weiter. Es gibt keinen Stillstand. Nach der letzten Klausur, folgt das letzte Projekt. Nach dem letzten Projekt, die Bachelorarbeit, danach der Umzug, danach die Jobsuche, danach …  Und deshalb ist jetzt der beste Moment, um innezuhalten, um zu atmen, um zu genießen.

Auch in diesem letzten Semester habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich versucht habe das Leben, das Genießen und das Atmen auf einen günstigeren Zeitpunkt zu verschieben. Bis mir nun erneut klar wurde: Wenn ich damit nicht aufhöre, werde ich das mein ganzes Leben lang tun. Dann wird mein Leben aus Arbeit und Produktivität und Effizienz bestehen, aber der Genuss, der Spaß, die Liebe und die Spontanität werden zu kurz kommen. Will ich das? Nein. Nein, das möchte ich nicht.

Deshalb habe ich mir in letzter Zeit die Frage gestellt, ob “richtig leben” erst oder besser gesagt, genau dann stattfindet, wenn man seinen Alltag nicht mehr nur stupide abarbeitet. Wenn die  Spontanität über die Gewohnheiten und über die Routine gestellt wird. Ich persönlich fühle mich im Trubel meist am lebendigsten, brauche aber genauso meinen Rückzugsort und meine Besinnungszeit, um zu realisieren und zu reflektieren und wieder zu funktionieren. Es kommt bei mir also auf eine gute Balance an.

So lerne ich, dass auch auf dem Weg zum Ziel (schon) gefeiert werden darf und Gelegenheiten dann genutzt werden müssen, wenn sie da sind. Denn das Leben wartet nicht bis ich meine To-Do Liste abgehakt habe. Und auch erreichte Ziele bedeuten selten eine Ankunft oder Stillstand, denn neue Absichten ragen meist schon über den Horizont. Und genau so ist es okay auch mal anzuhalten, um innezuhalten, damit die Seele nachkommt. Wie ich es beispielsweise letzte Woche tat. Nach dem Arbeitsmarathon im siebten (und damit letzten – yay) Semester standen einige Erledigungen und Vorbereitungen für den Umzug an. Danach folgte der Auszug. Erst ein paar Tage später, als ich mir Zeit nahm, realisierte ich all das: Das Ende. Die Freiheit. Die offene Zukunft. Die Möglichkeiten. Die Gegenwart. Das bunte Geschenk.

Today is a gift. That’s why it´s called the present. – Bil Keane

 

 

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